Antwort an einen Kunden zum Thema Maskentragen

 

An das Ehepaar, das gestern beklagte, dass wir keine Masken tragen hinter den Scheiben. 

 

Sie haben schon Recht, die Scheiben geben keine absolute Sicherheit, die Masken aber genauso wenig und die Kombination ebenfalls nicht. Spätestens wenn Masken durchfeuchtet sind, also nach 20 Minuten, sind viele Keime, vor allem die sehr kleinen Viren, auf der Aussenseite der Maske. Jetzt noch lautes Sprechen (hinter Schieben und Masken unvermeidbar), dadurch verstärkter Luftausstoss und sie pusten Aerosole von der Aussenseite der Maske weg in den Raum. Ich nehme an, die ganzen Tests mit Aerosolen fanden mit trockenen Masken statt und nur so konnte die verminderte Virenmenge nachgewiesen werden. Übrigens die Studie aus diesem Jahr ist wissenschaftlich noch nicht abgesegnet, hingegen gibt es aus den letzten 40 Jahren unzählige Studien, dass Masken nichts nützen. Ich bin immer skeptisch, wenn 40 Jahre Wissenschaft durch eine noch nicht seriös beendete Studie in den Medien über den Haufen geworfen werden und vor allem, wenn diese Studie dann auch noch zufällig politisch opportun ist. Wer langjährige Erfahrung hat, glaubt nicht mehr alles.  

Gut, jetzt könnte man argumentieren, der gesunde Menschenverstand sagt einem, etwas wird von der Maske schon aufgehalten. Mein gesunder Menschenverstand sagt mir, dass sie nicht alles aufhalten darf, nämlich Luft sollte schon raus und rein. Muss ich wegen Scheiben und Masken lauter sprechen, puste ich stärker, neben der Maske strömt also mit richtig viel Kraft aus, was sonst mit weniger Kraft aus meinem Mund kommen würde – meine Maske wird zur Düse. Schönes Beispiel, die beschlagenen Brillen von Maskenträgern – was weniger durch die Maske geht, kommt daneben vermehrt raus. Übrigens jeder fasst sich dann sofort an die Brille, um sie zu verrücken oder zu putzen – wenn das ein Killervirus wäre, hätte wir ein grosses Problem!

Man muss sich auch Gedanken machen, was beim Einatmen passiert. Man muss definitiv stärker einatmen mit Maske. Die gesunde Nasenatmung genügt nicht mehr. Bei der Nasenatmung ist ja der entscheidende Punkt, dass Keime auf der Nasenschleimhaut hängen bleiben, dort gebunden, bekämpft und bei Bedarf ausgeschieden werden können. Also, jetzt werden wir durch die Maske zum Mundatmen gezwungen und wir müssen noch gegen einen Widerstand einatmen. Ja, wo gehen jetzt wohl alle Keime hin mit der Luft, die wir an der Maske vorbei einatmen müssen? Genau, direkt in die Lunge und zwar, weil wir ja verstärkt atmen, auch schön tief rein. Diese Überlegungen gelten mal nur für die trockene Maske. Wie gesagt, mit der feuchten Maske und verstärkter Atmung puste ich noch durch die Gegend, was auch immer sich auf der Aussenseite der Maske ansammelt. Man konnte feststellen, dass Viren nach kurzer Zeit sich in erhöhtem Masse auf der Aussenseite der Maske versammeln. Die neuste Entwicklung ist in diesem Zusammenhang spannend: Die Menschen husten jetzt in die Maske anstatt in den Ellbogen! Dabei würde ich sagen, spätestens beim zweiten Huster sprühen Viren weit von der Aussenseite der Maske weg in den Raum!  

Sie sehen, wie immer im Leben, hundertprozentige Sicherheit gibt es nie und eine gute Massnahme kann sich ins Gegenteil verkehren. So müssen wir bei den Masken gut abwägen, bis wohin nützen sie und ab wo schaden sie. Ganz sicher nützen sie nichts, wenn man den ganzen Tag sprechen muss wie wir – sie durchfeuchten schneller als bei einem Chirurgen, der bewusst kaum spricht. Wenn sie durchfeuchtet sind, nützen sie nichts mehr oder werden durch unsere verstärkte Atmung sogar gefährlicher. Wer viel spricht, braucht auch mehr Luft. Die veränderten Luftströme könnten für Personen, die den ganzen Tag sprechen müssen, durchaus ein Gesundheitsrisiko beinhalten. Da gibt es keine Langzeiterfahrungen, denn noch nie hielt sich ein vernünftiger Mensch etwas vor den Mund, wenn er verstanden werden musste. Wenn unser Team einen gesundheitlichen Schaden erleiden würde, würde Sie die Verantwortung übernehmen? Also ich nicht. Unser Bundesrat offensichtlich auch nicht. Es gibt einen offiziellen Haftungsausschluss des Bunderates und der Behörden. Auch ist nicht klar, wie wir oder Sie rechtlich abgesichert sind, wenn wir jemanden zur Maske nötigen. Eines ist hingegen sicher, Nötigung ist strafbar!

Um den Nutzen der Masken abzuwägen, müssen wir auch bedenken, dass es eine kurzfristige und eine langfristige Gesundheit gibt. Im Gegensatz zu den Medien, der Politik und allen Virusspezialisten fühle ich mich auch der langfristigen Gesundheit verpflichtet; meiner eigenen, der meiner Mitarbeite und der Menschen, die zu uns kommen. In Bezug auf die langfristige Gesundheit muss man Masken kritisch beurteilen. Wenn wir die Mimik eines Gegenübers nicht lesen können oder dem Gegenüber kein freundliches Gesicht zeigen können, bleibt unser Nervensystem evolutionsbedingt und unweigerlich im Alarmzustand. Verstärkt noch durch die Mundatmung, die eine Stressatmung ist und dem Nervensystem immer eine Bedrohung signalisiert.

 

Im Alarmzustand, also dem Kampf- und Fluchtmodus, ist unser Reparatur- und Regernationsmodus ausgeschaltet und somit die Immunabwehr. Ist ja logisch, wenn Sie nicht alle Energie in den Muskeln haben, nicht schnell genug rennen und der Tiger frisst Sie, ist es egal, ob Sie noch ein Virus auf sich trugen. Kurzfristiges Überleben toppt langfristiges Überleben, aber eben nur kurzfristig. Langfristig brauchen wir Sicherheit in einem sozialen Verband, vermittelt durch Mimik und Stimme; Bakterien und Viren, die unser Immunsystem stimulieren, und etwas Ähnliches wie Gottvertrauen und Zuversicht, also einen Grund zu leben. Kurzfristiges Überleben mag mit Angst funktionieren, langfristiges Überleben ist immer an Gelassenheit geknüpft.

Ebenso ist langfristige Gesundheit an ein trainiertes Immunsystem gebunden. Das können wir nur durch den Kontakt mit Keimen haben. Ein steril weggepacktes Kind wird kein gesundes Kind. Das ist ein Trost, denn so wie es technisch im Alltag nicht möglich ist, alle infektiösen Gefahren zu eliminieren, so ist es auch nicht notwendig, nicht einmal sinnvoll.

Hier noch ein Zitat von Prof. Dr. Vernazza, Infektiologe am Kantonsspital St. Gallen: «COVID-19 wird nicht verschwinden. Es wird Teil unseres Lebens werden. Gut zu wissen, dass unser Abwehrsystem in den Jahrmillionen der Evolution Methoden entwickelt hat, die uns helfen mit solchen Erregern umzugehen. Letztendlich bin ich überzeugt, dass unser Immunsystem uns mehr hilft als alle Plastikwände, Masken und Desinfektionsmittel.»

Unser Team vollbringt seit Ende Februar konstant Höchstleistungen: Tröstet, beruhig, fängt Ärger ab, versucht allen Ansprüchen gerecht zu werden, in einem Markt, wo Zulieferer uns im Stich lassen, politische «Ratschläge» unsere Kapazitäten an den Rand bringen – eigentlich schon lange über den Punkt hinaus, wo man sagen müsste, es reicht!  In dieser mehr als heiklen Zeit bewiesen wir, dass schon unser Konzept zu Beginn noch ohne Schieben und ohne Masken, weil nicht erhältlich, unsere eigene Gesundheit und somit auch die unserer Kunden geschützt hat. Wir können mit Fug und Recht sagen, was wir tun, hat sich bewährt. Wir wissen jetzt noch nicht, wie das Experiment Maske für unsere langfristige Gesundheit ausgeht und ich beobachte mit Besorgnis, wie die Erschöpfung seit Einführung der Maskenpflicht im Team zunimmt, denn es ist für das Nervensystem belastend nur noch mit Masken anstatt mit Menschen sprechen zu können. Und bei allem Mitgefühl für unsere Kunden, die durch Angst und Ärger belastet sind; dieses Team hat einen freundlichen Ton und Verständnis verdient.

 

Unsere Gelassenheit mag Sie provoziert haben, was wir natürlich bedauern, denn auch Sie wüssten wir lieber im Reparaturmodus und mit einer aktiven Immunabwehr. Sehen Sie, wenn Gelassenheit das Immunsystem aktiviert, nützt Gelassenheit mehr als Masken. Also machen wir alles genau richtig bei uns in der Apotheke. Ohne Masken zu arbeiten ist eine bewusste Entscheidung, um die langfristige Gesundheit unseres Teams zu pflegen, denn im Kampf- und Fluchtmodus hätten wir es bis hier her nicht geschafft. Letztendlich ist es unsere Gelassenheit, die uns seit Monaten leistungsfähig hält und macht, dass wir für viele Menschen da sein können.