Faszien, Muskeln, Knochen

Wir werden nicht darum herum kommen, den Muskel neu zu denken. Neu zu denken mit dem Ansatz, dass der Muskel nicht nur eingebettet ist in Faszien, sondern selber kollagene Fasern enthält - oder vielleicht sogar Faszie mit kontraktilen Fasern ist. Da bin ich grad sehr mutig, das so zu formulieren. Aber es muss in diese Richtung gehen, denn ein dauerkontrahierter Muskel ist sicher nicht ein dauergeknicktes Myosinköpfchen in der Muskelfaser, es können nur die kollagenen Fasern sein, die sich nicht mehr strecken. Es können auch nur die kollagenen Fasern sein, die es erlauben, dass Muskulatur sich gefühlt in die Länge strecken kann. Sie sind die„Minus-Richtung“- also Streckkräfte im Muskel. In ihnen liegt auch die Kraft im Körper, die kontraktilen Fasern bringen die kollagenen Fasern nur in Position für die kraftvolle Bewegung. Würde unsere Kraft im Körper aus kontraktilen Fasern kommen, würden wir bei Kraftaufwendungen Feuer fangen oder explodieren - siehe die herrlichen Vorträge von Serge Gracovetsky (Boston 2009, you tube). Klar könnte man sagen, ist doch egal, welcher Teil der Einheit Muskel kräftig ist. Aber es macht einen Unterschied, weil eben nur die kollagenen Fasern (und die darin enthaltene Flüssigkeit) sich zu diesem wunderbaren Ganzen formen, das aufs Feinste mit unserem Stoffwechsel, somit mit unserer Ernährung, unseren Hormone, Neurotransmittern, unseren bewussten und unbewussten Erfahrungen etc. verwoben ist, respektive das zu einem Ganzen macht, was die Medizin so gerne vereinzelt. 
Darf es ein noch verwegener Gedanke sein?Was, wenn nicht nur der Muskel Faszie mit eingebetten kontraktilen Elementen ist, sondern auch der Knochen Faszie mit eingebetteten stabilisierenden Elementen? 
Würde bedeuten, das auch Knochen als Teil einer gesunden Gewebestruktur veränderbar sind, ein Leben lang. 
Benita Cantieni (Cantienica(r), Tigerfeeling) hat den Umbau von Knochen an sich selber beobachtet und in ihre Methode integriert. 

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