Schmerzen - faszial gedacht

Schmerz ist ein grosser Lügner, wo er sich bemerkbar macht, hat er meist nicht seine Ursache. Schmerzen im Handgelenk kommen meist aus der Schulterregion, zum Teil sogar von der anderen Körperseite. Schmerzen in der rechten Schulter können mit der Leber zu tun haben, Lendenwirbelsäulenbeschwerden mit der Nieren. Schulmedizisch stehen wir diesen Zusammenhängen im Momrnt noch eher hilflos gegenüber. Gewisse Symptome oder vor allem die Kombination von Symptomen werden dann gerne als psychosomatisch verstanden. Auch der Begriff "autoimmun" wird für Unverstandes verwendet. Irgendwie macht sich der Körper selber oder die Psyche den Körper krank. Warum, wie genau oder wo die Möglichkeit zur Heilung liegt, ist unklar. 

Fängt man nun an faszial zu denken, ergeben sich neue Zusammenhänge:

1. Das System wird grösser. Faszien sind überall und verbinden alles miteinander. Das Wissen über die Muskelfaszien kommt über die Osteopathen und einige Physiotherapeuten gerade in der Medizin an. Die Osteopathen arbeiten auch mit den Organfaszien, kennen die Verbindungen im Körper, trotzdem das überalles faziale Denken lernen sie noch nicht. Die Verbindung von Faszien und Psyche wird von einzelnen Therapeuten gelehrt und angewendet. Sie sehen weit, aber vielleicht ist das Feld noch weiter. Meines Wissen ist die Oberflächenfaszie noch kaum beachtet. Sie, die mitmacht, wenn Hunde die Haare aufstellen, und vermutlich auch bei uns viel mitbekommt von unseren Befindlichkeiten. Ihre Funktion im Ganzen wird vernachlässigt. Dazu gibt es demnächst einen eigenen Blog-Artikel. 

2. Eine gesunde Faszie ist eine bewegliche, durchspülte Faszien mit vielen freien Nervenenden. Da die Natur nichts verschwendet, muss Wichtiges passieren an einem Ort, wo so viele Fühler platziert werden. Und wenn diese Nervenenden Probleme melden, weil sie gequetscht sind oder sogar schon Entzündungsvorstufen „messen“, wird die Immunabwehr hochgefahren. Unser Immunsystem greift die Faszie und ihr dazugehöriges Organ an. Voila, die Autoimmunerkrankung! Faszial gedacht logisch, oder? Vielleicht nicht der einzige Reizfaktor, aber bestimmt einer, über den esvsich lohnt nachzudenken. 

3. Doch nicht immer muss es gleich so dramatisch sein für die Faszien. Vielleicht ist sie nur etwas verklebt und die freien Nervenenden werden gequetscht. Das führt zu Schmerzen. Schmerzen,  für die man anatomisch nicht immer eine Ursache findet. In der Anatomie spielt das Bindegewebe keine Rolle, nur Bänder und Sehnen, also ein kleiner Teil des Fasziensystems, werden untersucht und in Lehrbüchern abgebildet. Es ist auch anzunehmen, dass die Faszien in der Anatomie ihr Geheimniss nicht preisgeben würden. Verstehen kann man sie vermutlich nur am lebendigen Körper - durch Beobachtung! Leider nicht die Paradedisziplin der modernen Schulmedizin, wo nur noch das Messbare zählt und das Messbare am liebsten noch vereinzelt vom Ganzen gemessen wird. Doch gequetschte Nervenenden müssen nicht einmal Schmerz signalisieren, um Symptome hervorzurufen. Dazu eine Geschichte: Unerklärlicher Schwindel, alle möglichen und teuren Untersuchungen gemacht, keine Erklärung. Nur durch Beobachtung: Schiefer, nach links geneigter Hals, aber eine gerade Augachse! Aus dem Nacken bekommt das Gehirn die Information über eine Neigung zur Horizontalen, die Augen melden aber eine perfekte horizontale Ausrichtung. Widersprüchliche Meldungen im Hirn erzeugen Schwindel, genau wie wenn man im Auto liest (Bewegungsmeldung vom Körper, gleichbleibendes Bild vor Augen). Faszial gedacht logisch, oder? Der Hals muss übrigens gar nicht erkennbar schief stehen. Es genügt, wenn die Nervenenden auf einer Seite des Halses mehr Druck spüren, was vom Gehirn schon als Neigung des Kopfes gedeutet wird. 

4. Die Durchspülung der Faszien hat bestimmt die Funktion unser Gewebe an die Bedingungen des Lebens anzupassen. Adrenalinausschüttung führt zum Zusammenziehen des Gewebes, man wäre verteidigungsbereit. Kann die Faszie sich wieder entspannen, kommt sie wieder in den Fluss. Da wo "Material" hintransportiert wird, muss auch Material abtransportiert werden. Das kann die gesunde, durchspülte Faszie. Anzunehmen, dass sie es sogar muss. Eventuell sogar als erstes "Gefäss" bevor die Flüssigkeit in die anderen Gefässe wie Lymphe und Blut fliesst. In einer verklebten Faszien wird sich aber so einiges ansammeln. Stoffe, die das Gewebe reizen und zu Mikroentzündungen führen. Auch das kann Schmerzen verursachen. Und natürlich bekämpft unser Körper Entzündungen, mit verschiedenen Mitteln, auch mit denen, die wir als allergische Reaktion bezeichnen. Faszial zu denken lohnt sich sicher auch hier. Auf die Allergien möchte ich dann im Artikel zur Oberflächenfaszie noch eingehen. 

5. Auf zwei Belastungsfaktoren der Faszien möchte ich konkret eingehen: Zucker & Co und Säure im Körper. Zucker & Co fördern Entzündungen und Schmerzen! Auf den langen Arztrezepten, die ich in der Apotheke häufig sehe, mit den Medikamenten für das metabolische Syndrom (Diabetes 2, Bluthochdruck, zu hohe Blutfettwerte), steht fast immer auch eine Schmerzmittel-Grosspackung drauf. Macht sich da niemand Gedanken über einen möglichen Zusammenhang? Faszial gedacht ist es logisch: Das metabolische Syndrom, das noch nicht immer, aber immer häufiger als Insulinresistenz angesehen wird, führt über mehr als einen Weg zur Verzuckerung der Faszien. Die verzuckerten, besonders hartnäckig verklebten Faszien führt alleine schon zu Schmerzen und Entzündungen, gleichzeitig triggert der Zucker Entzündung auch direkt, was zu noch mehr Schmerzen führt, im entgleisten Zustand sogar im ganzen Körper und auch im weichen Gewebe! 

Das ist leider noch nicht das Ende der Geschichte: Entzündungshemmende Schmerzmittel übersäuern den Körper! Faszien mögen keine Säure. Kollagene Fasern, also die Faszien, sind millieusensibel. Säure lässt sie denaturiert, dh sie verlieren ihre Spannkraft und verkleben. Säure erhöht die Schmerzempfindlichkeit und triggert wiederum Entzündungen, das weiss man eigentlich. Faszial gedacht fliessen die Erklärungen in einander: Zucker, Säure im Körper, Entzündung und Faszien - ein Wirkungskreis von dem wir sicher in den nächsten Jahren noch viel hören werden.

Das ist auch noch nicht das Ende der Geschichte: Zu entzündungshemmenden Schmerzmitteln werden zum Schutz der Magens Protonen-Pumpenblocker verschrieben. Die verhindern das die Protonen (H+) den Magen abgegeben werden, damit dieser nicht zu sauer wird. Schön, dafür bleiben sie im Körper. Protonen sind sauer, dh noch mehr Säure bleibt im Körper! 

Das ist immer noch nicht das Ende der Geschichte: Um die Proteine der Nahrung aufzuspalten, muss der Magen sauer sein. Laut Dr. Berg, Chiropraktiker und Stoffwechselspezialist aus USA, meint unsere Mägen seien häufig zu basisch (Körper zu sauer) und die Proteine werden nicht richtig verdaut und fehlen dann im Körper unter anderem zur Kollagensynthese! Dh die Faszien leiden wieder, diesmal unter einem Mangel an Bausubstanz, mit der sie sich regenerieren könnten. 

Das ganze Paket lautet also: verklebte, verhärtete Faszien, falsche oder keine Bewegung, Ernährungsfehler, Medikamenten-Nebenwirkungen, Entzündungen, Schmerzen - alles hängt zusammen - faszial gedacht!



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